Gehäusehalter

Kaufberatung für eine Armbanduhr

Die erste Frage, die sich ein Uhrenkäufer oft stellt:

Zwischen welchen Arten von Armbanduhren kann ich mich überhaupt entscheiden ?

- die mechanische Uhr:

mit automatischem Aufzug
mit Handaufzug

- die Quarzuhr:

mit Analog oder Digitalanzeige
die funkgesteuerte Quarzuhr
die Quarzuhr mit Solarzellen
die Quarzuhr mit eigenem Spannungserzeuger (Generatorprinzip)


Wir möchten Ihnen nach folgender Einleitung die verschiedenen Uhrtypen vorstellen und die Vorteile und Nachteile der Uhrentypen gegenüberstellen:

Einleitung:
Die mechanischen Armbanduhren gibt es seit über 80 Jahren. Sie sind entstanden aus den Taschenuhren, die in erster Linie mit Hand aufgezogen wurden. Im Laufe der 30iger Jahre wurden die ersten Handaufzugsarmbanduhren durch die Uhren mit automatischem Aufzug ergänzt. Insgesamt läßt sich festhalten, dass die Werke für mechanische Armbanduhren immer flacher und kleiner wurden und sie gleichzeitig auch genauer die Zeit anzeigten. Die Entwicklung der mechanischen Uhr wurde allerdings in den siebziger Jahren unterbrochen. Die Entwicklung der elektrischen und später der elektronischen Uhr erreichte mit der Quarzuhr ihren vorläufigen Höhepunkt. Ihre Entwicklung ermöglichte die Fertigung einer Uhr in der unteren Preislage mit einer sehr hohen Ganggenauigkeit in einer kleinen Größe. Passend zur Ganggenauigkeit verwendete man nicht mehr nur die herkömmlichen Zeiger, sondern rüstete diese Uhren mit einer LCD-Anzeige aus. Auch ermöglichte die Quarzuhr eine Menge Zusatzinformationen z. Bsp. Wecker oder Stoppuhr mit Zwischenzeitmessung. Der Marktanteil der mechanischen Uhr schrumpfte auf ein Minimum. Eine weitere Entwicklung der Quarzuhr war die Verlängerung ihrer Betriebszeit, durch Langzeitbatterien, auf 10 Jahre. Parallel zu der Verlängerung der Batterielaufzeit wurden Solarzellen auf dem Zifferblatt eingesetzt, um die Uhren unabhängig von der Batterie zu machen. Anfang der neunziger Jahren wurde die Ganggenauigkeit der Quarzarmbanduhren noch einmal erhöht. Seit diesem Zeitpunkt können Armbanduhren tagtäglich durch die Atomuhr in Braunschweig ein Zeitsignal empfangen.



 
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Die mechanische Uhr.

Bei der mechanischen Uhr wird die Kraft des Antriebes ( Federkraft ) über ein Räderwerk zu einem Schwinger geleitet, der die Ablaufgeschwindigkeit des Räderwerkes steuert und somit die Geschwindigkeit der Zeiger. Wir unterscheiden zwischen einer Uhr mit Handaufzug und einer Uhr mit automatischem Aufzug.

Handaufzugsuhr:

Die Uhr sollte mindestens einmal täglich aufgezogen werden. Bei Vollaufzug läuft die Uhr ca. 2 Tage. Heute verwendet man Handaufzugswerke bei sehr flachen Armbanduhren oder der preiswerten mechanischen Uhr.

Vorteile der Handaufzugsuhr:

Keine Batterie, keine zu reparierenden Elektronikbausteine, bei richtiger Handhabe sehr lange Lebensdauer. Die Uhr läuft nur dann, wenn sie getragen wird.

Nachteile der Handaufzuguhr:

Eventuell ein höherer Kaufpreis, die Uhr zeigt die Zeit zuverlässig an, aber nicht so genau wie die Quarzuhr. Wird sie nicht innerhalb 2 Tagen aufgezogen bleibt sie stehen.


 


 
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Uhren mit automatischem Aufzug:

Diese Uhren müssen nicht von Hand aufgezogen werden. Durch das Tragen der Uhr wird im Uhrwerk ein Rotor bewegt, dessen Drehbewegung die Feder spannt.


Nachteile der Uhr mit automatischen Aufzug:

Siehe Handaufzugsuhr. Die automatischen Uhrwerke sind wegen des automatischen Aufzuges etwas höher. Bewegt der Träger einer automatischen Armbanduhr sich nur wenig, erfüllt der Aufzug nicht seine Aufgabe.

Heute finden wir mechanische Uhren in erster Linie in Preislagen oberhalb von 200,00 €. Mechanische Uhren in Goldgehäusen kosten oft mehrere Tausend Euro. Sehr oft müssen die Käufer auch mehrere Monate auf diese Meisterwerke der Uhrmacherkunst warten. Gerade in den letzten 15 Jahren hat die mechanische Uhr eine große Bedeutung als Schmuckstück am Handgelenk bekommen. Oft auch werden diese Uhren zu runden Geburtstagen oder Jubiläen verschenkt mit dem Hintergedanken, diese Uhren in die nächste Generation weiter zu vererben. Zum Erhalt und zur Pflege dieser Wertgegenstände sind wir als Uhrmacher für Sie die richtigen Ansprechpartner.


 




Wie genau funktioniert eine mechanische Armbanduhr?

 
 
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Die Quarzuhren


Sie sind die weitverbreitetsten Zeitmesser an unseren Handgelenken in der heutigen Zeit. Sie kommen in den verschiedensten Ausführungen vor. Von Kunststoffgehäusen bis Gelbgoldgehäusen, ja sogar Holz wird als Gehäusematerial verwendet. Wie sie funktionieren:

Ihre Energie bekommen diese Uhren durch die Batterien. Die Batteriespannung regt den Quarz zum Schwingen an und diese Schwingung wird im integrierten Schaltsystem in einen Impuls umgewandelt mit dem z. Bsp. das Räderwerk gesteuert wird.

Vorteile der Quarzuhr:

Unkomplizierte Fertigung, verschiedene Varianten der Fertigungsqualität sind möglich, von der einfachen bis zur hochwertige Werkausführung. Sehr genaue Zeitangabe, die Uhr läuft, solange die Batteriespannung ausreichend ist. Sehr flache und leichte Uhren sind in der Fertigung möglich. Die Uhr kann problemlos mit mehreren Zusatzfunktionen ausgerüstet werden.

Nachteile der Quarzuhr:

Die Uhren können plötzlich und unerwartet aufgrund einer leeren Batterie stehen bleiben. Wenn das Elektromodul beschädigt wird, ist es nur selten reparabel und kann nur ausgetauscht werden. Durch die Alterung des Quarzes kommt es im Laufe der Jahre zum Verlust der Ganggenauigkeit.
 



 
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Solaruhren


Die Solaruhr funktioniert wie eine normale Quarzuhr. Der Unterschied besteht darin, daß die Uhren keine Batterien benötigen. Die Zifferblätter sind Solarzellen, die Licht in elektrische Spannung umwandeln. Diese Spannung wird in einem Energiespeicher eingelagert und dieser liefert die benötigte Betriebsspannung, die die Uhr zum Funktionieren benötigt.


Vorteile der Solaruhr:

Es ist kein Batteriewechsel in einem vorgegeben Zeitraum notwendig. Das Abfallen der Betriebsspannung wird dem Träger optisch angezeigt. Kein unerwarteter Stillstand der Uhr ist möglich. Sollte sich der Energiespeicher entleert haben, ist dieser kurzzeitig mit intensiver Lichteinstrahlung aufzuladen.

Nachteile der Solaruhr:

Die Lebensdauer des Energiespeichers ist nicht unbegrenzt.



 



 
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Funkuhren


Auch die Funkuhr arbeitet wie schon die vorher beschriebene Quarzuhr. Sie ist aber wie die Solaruhr eine Weiterentwicklung der normalen Quarzuhr. Einmal am Tag empfangen die Uhren ein komplettes Zeitdiagramm von der Atomuhr in Braunschweig. Nach diesem Zeitdiagramm korrigiert die Funkuhr ihre eigene Zeit. Somit ist eine tagtägliche sekundengenaue Zeitangabe garantiert.


Vorteil der Funkuhren:

Absolute Ganggenauigkeit, selbständige und sekundengenaue Einstellung der Uhr, selbständige Umstellung auf Sommerzeit und Winterzeit.

Nachteil der Funkuhren:

Die absolute Ganggenauigkeit ist nur im Empfangsbereich der Uhr gewährleistet. Bei einer Funktionsstörung des Empfängers in der Uhr kann sich der Energiespeicher schnell entleeren. (Die Uhr versucht unter einem sehr hohen Energieaufwand Empfang zum Sender aufzunehmen).



 
 
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Die Quarzuhr mit eigenem Spannungserzeuger (Generatorprinzip)

Diese Uhren arbeiten ebenfalls wie die bekannten Quarzuhren, sind aber zusätzlich noch mit einem mechanischem automatischen Aufzug ausgestattet. Die Drehbewegungen des Rotors erzeugen eine Spannung nach dem Generatorprinzip. Die Spannung wird in einem Energiespeicher gespeichert. Das Quarzwerk wird durch den Energiespeicher mit der notwendigen Betriebsspannung versorgt.

Vorteile der Uhr mit Generatorprinzip:

Die Funktion der Uhr ist nicht abhängig von der Batterielebensdauer

Nachteile der Uhr mit Generatorprinzip:

Durch den automatischen Aufzug haben diese Werke eine Mindestbauhöhe. Somit ist dieses Werk nur für höhere und größere Armbanduhren zu verwenden.


 




Wie genau funktioniert eine mechanische Armbanduhr

Im Mechanikhandwerk wird das Maß der Genauigkeit in Hundertstel oder gar Tausendstel von Millimetern zum Ausdruck gebracht. Die Uhrmacher geben die Gangabweichungen eines Zeitmessers in Sekunden pro Tag oder pro Woche an. Unter Berücksichtigung der Tatsache, daß 24 Stunden einer Anzahl von 86400 Sekunden entsprechen, besitzt ein mechanisches Uhrwerk, das pro Tag z Bsp. neun Sekunden vor- oder nachgeht, eine Präzision von rund 1/10000. Dieser hohe Grad an Genauigkeit ist um so erstaunlicher, als ein Uhrwerk permanent unterschiedlichsten äußeren Einflüssen ausgesetzt ist, z. Bsp. Erdanziehungskräfte, Magnetfeldern, Temperaturschwankungen, Reibungen, Stößen oder auch Alterungsprozessen der verwendeten Öle. Die erreichte Präzision darf deswegen nicht mit derjenigen eines elektronischen Uhrwerkes verglichen werden. Eine mechanische Uhr wird niemals die Genauigkeit eines Quarzwerkes erreichen können.
 
 

Moderne Zeitmessung:
1928 machen die Physiker Scheibe und Adelsberger Versuche mit der Schwingung eines Quarzes als Zeitkonstante. Sie bauten die ersten Quarzuhren.

Bis 1934 wurden die ersten vier Quarzuhren fertiggestellt, so groß wie Kleiderschränke. Diese Uhren gingen so genau, daß man erstmals die Schwankungen der Erdrotation messen konnte.

Um 1950 begann man in den USA, wie auch in Rußland mittels der Zeitkonstante eines Cäsiumatomes einen Zeitmesser, Atomuhr genannt, zu bauen.

1954 Entwicklung einer transistorgesteuerten Stimmgabeluhr durch M. Hetzel . Später wurde dieses Systhem unter dem Namen Bulowa Akutron weltweit bekannt.

Zwischen 1950 und 1960 begann der Großserienbau von Großuhrwerken mit Batterieaufzug.

1967 Entwicklung von Quarzarmbanduhren in der Schweiz und in Japan. Als Oszilator wurde erst ein flächiger Quarz, später ein stimmgalbelförmiger Quarz benutzt. Es handelt sich um einen reinen synthetisch hergestellten Quarz mit einer Frequenz von 32.768 Schwingungen in der Sekunde.

1967 Beginn der Serienproduktion mit I.C. gesteuerten Quarzwerken für Großuhren.

Im Oktober 1967 wurde intenational das Zeitintervall - der Sekunde - neu definiert. Die sogenannte "atomare Sekunde" Ganz einfach ausgedrückt.

1973 Eine Sekunde ist gleich das 9.192.631.770 fache der Periodendauer eines Cäsiumatomes. Weltweit sind 80 solcher Cäsium-Atomuhren installiert, welche auf dem Funkweg ihre Signale auf ein Institut in Paris übertragen, wo sie dann ausgewertet werden. Die daraus resultierende Mittelauswertung wird weltweit als offizielles Zeitnormal verbreitet. In der physikalisch technischen Bundesanstalt in Braunschweig stehen zwei solcher Atomuhren. Ihre Zeitdifferenz beträgt maximal 1 Sekunde in 1 Million Jahren.

1973 Die offizielle Zeit wird für Deutschland über Langwelle, 77,5 kHz vom Sender Mainflingen bei Frankfurt ausgestrahlt. Mit unseren heutigen modernen Funkuhren können wir diese Genauigkeit für uns im täglichen Gebrauch nutzbar machen.

1977 Mikrocomputeranwendung in der Uhrentechnik. Hierdurch werden viele Zusatznutzen möglich. Von der Stoppuhrfunktion über Pulsmessung bis hin zu Handyfunktionen und auch Television im Uhrenformat.