Uhrenbeweger gebraucht

uhrenbeweger, umlaufgerät, umlaufgeräte, uhrenzubehör, watchwinder, watch winder, watch accessories, wristwatch winder, armbanduhr, armbanduhren, automatikuhr, herrenuhr, herrenuhren, chronograph, chronographen, chronometer, fliegeruhr, fliegeruhren, pilotenuhr, pilotenuhren, wristwatch, wristwatches, uhrenbeweger für rolex, uhrenbeweger für iwc, uhrenbeweger für breitling, uhrenbeweger für patek philippe, uhrenbeweger für omega, uhrenbeweger für zenith, uhrenportal, uhrenliebhaber, uhrensammler, uhrensammlung, uhrensammlungen, uhrensammlerportal, sammlerportal, sammlerzubehör, uhrenbörse, uhrenbörsen, uhrentermine, watch collector, watch enthusiast, watch sales, wristwatch sales, wristwatch fair, uhrenlinks, uhren links, uhren linkliste, uhren linklisten, uhrenwackler, uhrenschüttler, bewegungsmelder, uhrenaufzieher, urenbeweger, uhrenbewegr,
uhrenautomat, uhrenrüttler, uhrendreher, uhrenrotierer

Zur Theorie von Uhrenbewegern

Dieser Artikel spiegelt die Erfahrungen aus mehr als 15 Jahren Uhrenbewegerbau wider. Trotzdem übernehmen wir keine Gewähr für die Gültigkeit aller Aussagen für alle Uhrwerke in allen Konstellationen ...

Die nachfolgenden Ausführungen beruhen auf unsere Erfahrungen und Untersuchungen, die wir als einer der „ältesten“ Hersteller von Uhrenbewegern im Laufe von mehr als 15 Jahren zusammengetragen haben. Wir nehmen aber für uns nicht in Anspruch, hier allgemein gültige, auf jeden Uhrenbeweger und jede Automatikuhr und jede Kombination aus beiden zutreffende Aussagen zu machen.

Ihre Automatikuhr wird durch einen Rotor aufgezogen, den die Bewegungen des Armes in Dreh- oder Pendelbewegungen versetzen. Diese Bewegungen werden mechanisch auf das Federhaus übertragen, und die Aufzugfeder wird gespannt. Neben exotischen Ausführungen meist älterer Bauart verwenden die Hersteller heute Zentral- oder Planetenrotoren, die in einer oder beiden Drehrichtungen die Aufzugfeder spannen, und entweder durch einen Anschlag begrenzt – die so genannte Hammerautomatik, bis in die 60er Jahre verwendet - oder unbegrenzt rotieren können.

Die frühere Vielfalt automatischer Kaliber hat sich in Folge der Fusionen und Konkurse in der Schweizer Uhrenindustrie seit den 60er/70er Jahren deutlich reduziert. Neben dem Marktführer Swatch Group mit den Herstellern ETA und Valjoux stellt heute nur eine sehr überschaubare Anzahl von Uhrenherstellern Automatikwerke her. Allerdings zeigt sich hier in den letzten Jahren eine erfreuliche Trendwende.

Natürlich bleibt eine Automatikuhr stehen, wenn sie über einen gewissen Zeitraum nicht getragen wird. Die normale Gangreserve, die je nach Werk bei Vollaufzug zwischen 35 und 45 Stunden liegt, genügt nicht, wenn man die wertvolle Uhr nur abends oder am Wochenende trägt, sie im Tresor aufbewahrt, oder sie nicht mit in den Urlaub nimmt ! Also stellt jeder Uhrenliebhaber mehr oder weniger oft seine Automatikuhr. Eine langweilige Beschäftigung - besonders, wenn man mehrere Uhren besitzt - und besonders unangenehm, wenn jede Uhr über eine Vielzahl von Komplikationen verfügt. Eine Beschädigung oder ein extremes Verstellen kann schnell passieren, und macht vielleicht sogar eine teure Reparatur oder Revision notwendig. Ein Ewiger Kalender, der im Eifer „zu weit“ gestellt wurde, muss zur Korrektur zum Hersteller geschickt ... oder bis zum eingestellten Tag liegengelassen ... werden.

Ein Uhrenbeweger verhindert zuverlässig das Stehen bleiben Ihrer Automatikuhr, da er die Gangreserve permanent auffrischt. Es gibt heute eine große Anzahl verschiedener Fabrikate, die aber alle sehr ähnlich funktionieren: durch die Rotation der Uhr auf einem Halter wird die Bewegung des Armes nachgeahmt, und die Automatikuhr zieht sich auf. Diese Arbeitsweise ist nicht sonderlich kompliziert. Einige Besonderheit muss der Konstrukteur eines Uhrenbewegers allerdings beachten, und daraus leitet sich ein durchaus bedeutendes Problem ab, dass bei einigen Konstruktionen beachtet werden muss, und auf das wir hier noch eingehen werden.

Die große Mehrheit der modernen Automatikwerke werden auf einem Uhrenbeweger unabhängig von dessen Drehrichtung aufgezogen, da ihre Mechanik bidirektional arbeitet. Das bedeutet, dass sowohl die Links- und Rechtsdrehung des Rotors von der Mechanik zum Aufzug der Feder genutzt wird. Allerdings gibt es Werke, die nur in einer Drehrichtung des Rotors die Aufzugfeder spannen. Das bekannteste Werk mit dieser Eigenschaft ist das Valjoux 7750, ein millionenfach eingesetztes Chronographenkaliber, das per Rechtsdrehung aufgezogen wird. Ausschließlich per Linksdrehung zieht sich zum Beispiel das Chronographenkaliber Lemania 5100 auf.

Die Hersteller von Uhrenbewegern lösen dies Problem auf unterschiedliche Weise: wir haben beispielsweise unsere Baureihe EA so konstruiert, dass jeder Halter individuell auf Rechts- oder Linkslauf umgeschaltet, und somit problemlos an das Werk der aufgespannten Uhr angepasst werden kann. Andere Uhrenbeweger schalten die Drehrichtung automatisch um, wechseln also permanent zwischen Rechts- und Linkslauf, und werden so auf den ersten Blick allen Automatikuhrkalibern „automatisch“ gerecht. Leider ist das nicht der Fall, doch mehr dazu später.

 

Im Zusammenhang mit dem Funktionsprinzip aller Uhrenbeweger werden uns regelmäßig Fragen gestellt, mit denen wir uns jetzt erst einmal auseinandersetzen wollen:

Kann man eine Automatikuhr auf einem Uhrenbeweger oder durch Handaufzug „überspannen“ ?

Die Antwort darauf lautet (eigentlich) NEIN. Sobald die Aufzugfeder voll gespannt ist, aktiviert sich bei einer Automatikuhr eine Art Rutschkupplung im Federhaus, und die Feder entspannt sich ein wenig. Diese Absicherung ist erforderlich, weil der Hersteller natürlich nicht abschätzen kann, wie intensiv sich der Träger einer Automatikuhr bewegt. Allerdings ist es in der Tat ungünstig, wenn diese Rutschkupplung permanent aktiviert wird, da sich dadurch ein erhöhter Verschleiß einstellen kann, und die Ganggenauigkeit der Uhr möglicherweise leidet. Darauf gehen wir gleich aber noch genauer ein. In unseren Versuchen haben sich einige Werke als sehr empfindlich gegen permanenten Überaufzug erwiesen !

Verbessert oder stabilisiert sich die Ganggenauigkeit einer Automatikuhr, wenn sie immer „voll“, also zu 100 % aufgezogen ist ?

Die Antwort darauf lautet NEIN. Die Ganggenauigkeit ist davon abhängig, dass vom Federhaus bis zur Unruh permanent ein möglichst gleichmäßiges Drehmoment herrscht. Die Konstruktion eine modernen Automatikuhr und die Eigenschaften des heute verwendeten  Federmateriales gewährleistet, dass dies in einem recht weiten Bereich der Federspannung der Fall ist. Ist die Feder nahezu völlig entspannt, verringert sich das Drehmoment, und die Ganggenauigkeit lässt nach. Gleiches passiert bei permanentem Vollaufzug, weil die Rutschkupplung im Federhaus den Kraftfluss zur Unruh regelmäßig unterbricht, und der Antrieb sozusagen „stottert“. Ideal ist nach unseren Untersuchungen eine Gangreserve, die zwischen 50 und 80% der maximalen Gangreserve liegt. In diesem Bereich ist das Drehmoment weitestgehend konstant, und die Uhr läuft unter optimalen Bedingungen. Ein Uhrenbeweger sollte also die Automatikuhr genau in diesem Bereich „halten“. Wie das nach unserer Auffassung zu erreichen ist ... siehe unten.

Wird die Ganggenauigkeit einer Uhr auf einem Uhrenbeweger beeinflusst ?

Die Antwort darauf lautet JA. Ausschlaggebend ist aber nicht die Federspannung, wie wir bereits erläutert haben. Von Bedeutung ist, dass sich die Uhr ständig in einer konstanten „Lage“ (meist in einem Winkel von ca. 45 Grad zur Standfläche des Uhrenbewegers) befindet, und nicht – wie am Arm des stolzen Besitzers – ihre Position immer wieder verändert. Also arbeitet die Uhr ständig in dem Abweichungsbereich, den sie „werkseitig“ in dieser Lage hat. Ob daraus ein genauerer oder ungenauerer Gang als am Arm resultiert, ist von Werk zu Werk verschieden, und lässt sich nicht voraus sagen. Eine in mehreren Lagen regulierte Uhr sollte auf keinen Fall auf einem Uhrenbeweger gravierende Unterschiede zum „Normalbetrieb“ am Arm zeigen.

Schadet es einer Automatikuhr, wenn sie nur von Zeit zu Zeit getragen, und dann von Hand aufgezogen wird ?

Die Antwort darauf lautet NEIN. Es schadet allenfalls dem Umsatz der Uhrenbeweger - Hersteller. Früher nannte man das Risiko der Verharzung als Grund dafür, das eine Uhr in der Schublade schneller altert, als eine getragene Uhr. Die Qualität der modernen Öle allerdings hat diese Argumentation „altern“ lassen. Allerdings gilt nach wie vor, dass eine mechanische Uhr regelmäßig gewartet werden sollte ... etwa alle 5 Jahre. Ein Uhrenbeweger dient also der Bequemlichkeit des Besitzers, von dem bereits erwähnten Risiko bei Ewigen Kalendern einmal abgesehen.

Wir nehmen gerne in diesen Beitrag unsere Antwort auf  Ihre spezielle Frage zu diesem Thema auf. Bitte senden Sie sie uns per Email zu.

Kommen wir nun zu der bereits mehrfach erwähnten Problematik, die besonders bei solchen Uhrenbewegern zu Tage tritt, die ihre Drehrichtung automatisch wechseln. Beginnen wir die Betrachtung mit Rechenbeispielen für drei sehr gängige Automatik-Kaliber:

Das Kaliber Valjoux 7750 benötigt etwa 750 Umdrehungen im Uhrzeigersinn täglich. Das Kaliber Lemania 5100 benötigt dagegen täglich etwa 800 Umdrehungen, allerdings gegen den Uhrzeigersinn. Zu guter Letzt benötigt das Kaliber Eta 2892 etwa 650 Umdrehungen pro Tag, wobei die Drehrichtung keine Rolle spielt.

Die meisten Uhrenbeweger mit integrierter Steuerung liegen deutlich über diesen Werten. Das ist aber kein Problem, wenn sie über die Steckdose betrieben werden, denn dann hilft schon eine preiswerte Schaltuhr aus dem Baumarkt. Unser Tramon - Uhrenbeweger EA 3 beispielsweise dreht sich mit cirka 8 Umdrehungen pro Minute, und leistet in 1 ½ Stunden die für alle oben aufgeführten Werke notwendigen Umdrehungen ab. Bewegermodul 1 schalten Sie auf Rechtslauf, Modul 2 auf Linkslauf, und bei Modul 3 haben Sie die freie Wahl. Wenn Sie die benötigten 90 Minuten auf zweimal 45 Minuten täglich verteilen, was mit der Schaltuhr ja kein Problem ist, kommt es mit Sicherheit nicht zum „überspannen“, da sich die Aufzugfeder für jeweils mehr als 11 Stunden „entspannen“ kann.

Problematischer wird die Geschichte bei Mehrfach - Uhrenbewegern mit automatischen Richtungswechsel. Das Modell WTS4 für 4 Automatikuhren zum Beispiel dreht sich ein paar Minuten nach rechts, macht dann eine Pause und dreht sich dann ein paar Minuten nach links. Vollautomatisch und sehr bequem, weil sich der Besitzer nicht um die Eigenschaften seiner Uhren kümmern muss. In Summe drehen sich die Uhren täglich 1.200 mal rechtsherum und 1.200 mal linksherum. Dies ist für alle modernen Automatikuhren eigentlich schon weit mehr als nötig, gibt aber die Sicherheit, dass wirklich jede Uhr auch zuverlässig aufgezogen wird. So weit, so gut, da dieser Uhrenbeweger an der Steckdose arbeitet, kann man die Betriebszeit ja mit einer preiswerten Schaltuhr regeln, und somit genauer an die Uhren anpassen.

Zum Beispiel auf sieben Stunden Betrieb, dann fünf Stunden Pause, wieder sieben Stunden Betrieb, und nochmals fünf Stunden Pause. Rechnerisch ergibt sich dann ein Wert von 700 Umdrehungen nach links und 700 Umdrehungen nach rechts. Für das Valjoux und auch für das Lemania ideal, da sie ja nur in einer Richtung aufgezogen werden, und in der Gegenrichtung „Karussell fahren“.  Anders sieht es aus, wenn zusätzlich das bidirektional aufziehende Eta 2892 „mitfährt“, da es mit ca. 1.400 Umdrehungen doppelt so lange aufgezogen wird wie nötig. Eine weitere Reduzierung per Schaltuhr ist nicht möglich, da sonst die beiden anderen Uhren früher oder später stehen bleiben ! Das bewährte und robuste Eta-Kaliber verkraftet das nach unserer Erfahrung problemlos längere Zeit, aber es gibt Werke, die darauf viel empfindlicher reagieren, wie die El Primero Kaliber !

Was tun ? Hier hilft eigentlich nur, auf einem besagten Uhrenbeweger WTS4 ... oder anderen mit automatisch wechselnder Drehrichtung ... nur Kaliber mit gleichartigem Aufzug gemeinsam zu betreiben, und bei Kalibern mit beidseitigem Aufzug die Betriebszeit weiter zu reduzieren (in diesem Fall etwa auf die Hälfte). Oder Sie entfernen die Uhren mit beidseitigem Aufzug für eine Laufperiode vom Uhrenbeweger (was natürlich umständlich ist, und vergessen werden kann).

Uhrenbeweger, die ausschließlich mit Batteriebetrieb arbeiten, lassen sich in ihrer Betriebszeit normalerweise nicht einstellen. Hier müssen Sie damit leben, dass Ihre Uhren mehr als nötig aufgezogen werden. Als Lösung des Problems kann nur der Tipp herhalten, die Uhr regelmäßig vom Beweger zu nehmen, mit den vorgenannten Nachteilen. Das Modell Modelle WTB100 dreht sich einmal pro Minute für eine Umdrehung. Das ergibt 1.440 Umdrehungen pro Tag, was bedeutet, dass man sinnvoller Weise dieses Modell morgens einschaltet, und abends wieder ausschaltet (oder umgekehrt).

Auf jeden Uhrenbeweger hier ausführlich einzugehen, würde den Rahmen dieses Betrages sicher sprengen. Sie können aber anhand von eigenen Messungen oder unserer (demnächst auf unserer Homepage veröffentlichten) Tabellen leicht selbst feststellen, welche Betriebszeit für Sie und Ihre Uhren die richtige ist.

In unserer Tabelle „Werke“ finden Sie die empfohlenen Umdrehungen für eine Vielzahl von Kalibern.