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Der Beruf Uhrmacher - Uhrmacher sein
Seit mehr als 160 Jahren sorgen die Knapps in Weiltingen für die richtige Zeit Zurück
 
Tradition zu bewahren bedeutet, Werte in die Neuzeit zu transportieren. Es bedeutet auch, wie im Fall der Uhrmacherfamilie Knapp, ein altes Handwerk in die heutige Zeit zu überführen, den modernen Gegebenheiten anzupassen.

Die Geschichte der Knapps reicht bis ins Jahr 1564 und in eine andere Stadt zurück. Damals bekam Oseas Knapp den Titel eines Waldvogts zu Tübingen und Schönbuch verliehen. Er gilt auch als Stammvater der Familie. Über die Jahre verschlug es einen seiner Nachkommen nach Weiltingen. Sein Name: Johann Wilhelm Knapp. Er wurde 1744 als Schlosskastellan, Bauinspektor und Kastenmesser in die kleine Gemeinde entsandt. Er sollte die Aufsicht des nicht mehr bewohnten Schlosses übernehmen.

Die Jahre kamen und gingen ins Land. Mittlerweile waren Ernst Johann Wilhelm und sein Bruder Karl Christian Wilhelm, Enkel des Kastellan, dem Knabenalter entwachsen. Beide studierten Theologie und beide kamen kurze Zeit nach dem Studium mit dem Königreich Bayern in Konflikt. Sie setzten sich für ein geeintes Deutschland ein und wurden deshalb auch verhaftet und eingekerkert. Während Karl Christian Wilhelm in Haft starb, wurde Ernst Johann Wilhelm 1839 von König Ludwig II. begnadigt.

Vom Theologen zum Uhrmacher
Da er nicht mehr Theologe sein durfte, wandte sich Ernst Johann Wilhelm Knapp der Uhrmacherei zu. So wurde der 4. Februar zum Gründungstag des Uhrmacher-Unternehmens Knapp. Sitz ist seit diesem Tag auch das Haus in der Wilburgstettener Straße.

Ernst Johann Wilhelm blieb bei der Uhrmacherei und trat nie wieder auf eine Kanzel. Obwohl er 25 Jahre nach seiner Haftentlastung von König Ludwig II. wieder in all seine bürgerlichen und politischen Rechte eingesetzt wurde. Ernst Johann Wilhelm Knapp starb am 2. April des Jahres 1875.

Doch die Uhrmacherei lebte weiter in der Familie Knapp. Angespornt durch den Vater ergriff Ernst Friedrich Wilhelm Knapp den Beruf des Uhrmachers. Da sein Vater den Beruf nie offiziell erlernte und somit keine Lehrlinge ausbilden durfte, zog der Filius in die Fremde, um sich in Nördlingen in diesem Beruf ausbilden zu lassen. 1871 kehrte er zurück und übernahm den elterlichen Betrieb. Dort baute er sich einen großen Kundenstamm auf, der weit bis ins Schwäbische hinein reichte.

Gemäß der Familien-Tradition übernahm der nächste Knapp das Ruder im heimischen Betrieb. Sein Name: Ernst Friedrich Wilhelm. Das war 1913. Kurze Zeit später zog er für sein Vaterland in den 1. Weltkrieg. Von dort kam er erst 1920 zurück - er war in französische Kriegsgefangenschaft geraten. Das Geschäft lag in all den Jahren brach und es bedurfte großer Anstrengung, die Firma wieder auf Vordermann zu bringen. Ihm ist es übrigens auch zu verdanken, dass das historische Anwesen der Knapps auch heute noch steht.

Im Jahre 1950 übergab der dritte Ernst Friedrich Wilhelm das Geschäft an seinen Sohn - ebenfalls getauft auf den Namen Ernst Friedrich Wilhelm. Und Knapp Nummer Vier übernahm nicht nur den Namen sondern auch den Beruf.

Auch außerhalb seines Betriebs machte sich Ernst Friedrich Wilhelm einen Namen. Und zwar als langjähriger Kreis- und Gemeinderat. Als Bürgermeister leitete er über neun Jahre lang die Geschicke seiner Heimatgemeinde.

1975 trat dann der heutige Eigentümer ins Geschäft ein. Sein Name, wie soll es auch anders sein: Ernst Friedrich Wilhelm. Der bislang fünfte Knapp in dieser langen Tradition brachte dann die Firma zur neuen Blüte. Neben dem Verkauf und der Reparatur von Uhren spezialisierte er sich vor allem auf Gravuren aller Art. Ernst Friedrich Wilhelm erweiterte den Laden, verlagerte die Werkstätte in ein neues Gebäude neben dem Stammhaus. Und pünktlich zu den Feierlichkeiten anlässlich des 150-jährigen Bestehens wurden der Ausstellungs- und Verkaufsraum renoviert, die Verkaufsfläche nochmals ausgebaut. Und der nächste Knapp steht schon in den Startlöchern. Den ungeschriebenen Gesetzen folgend.

Zum Erhalt einer langjährigen und nimmermüden Tradition - vor über 160 Jahren begonnen in Weiltingen.
 
 
 

Die Taschen- und Armbanduhr - Aufbau und Funktion

Lehrbuch von Josef Hottenroth, Pforzheim 1955 (DIN A4, 126 S., 173 Abb., 230 Fachfragen mit Antworten)

Die dreibändige Reihe „Die Taschen- und Armbanduhr" entstand um 1950. Josef Hottenroth arbeitete an der Pforzheimer Uhrmacherschule und erstellte diese Reihe im Eigenverlag, um fundierte Unterlagen für die Uhrmacherausbildung greifbar zu haben. Unseres Wissens gelangten diese Bücher nie in den offiziellen Verkauf.

Ähnlich wie die Bücher von Hans Jendritzki, der ja auch als Uhrmacherlehrer (in Hamburg) arbeitete, zeichnet sich auch diese Buchreihe, deren erster Band hier vorliegt, durch verständliche Sprache und gute Abbildungen aus. Hottenroth ging aber noch einen Schritt weiter und stattete jeden Band mit eine Frage- und Antwortliste aus, die das autodidaktische Lernen hervorragend unterstützt.

Der hier vorliegende Band I gibt einen Überblick über die Technik der Kleinuhr (s. Inhaltsübersicht unten). Damit schließt dieser Reprint eine Lücke, die das Buch „Die Armband- und Taschenuhr in der Reparatur" aus unserem Verlag hinterlassen hat. Der Uhrenliebhaber nun auch die grundlegende Uhrentechnik besser verstehen. Von der Ankerhemmung, über die Ansatzschraube und die Platinenformen bis hin zu der Zylinderhemmung wird vieles angesprochen. Ein kleines Fachwörterbuch französisch/deutsch und eine Aufstellung „verdienter Meister und Pioniere der Uhrmacherei" runden das Buch ab.

Leider stand diese Buch bisher kaum antiquarisch und selten in Bibliotheken zur Verfügung. Aus diesen Gründen haben wir uns entschlossen, es wieder auf den Markt zu bringen. Damit wollen wir unseren Anspruch gerecht werden, alte Uhrenliteratur zur Förderung uhrmacherischen Fachwissens wieder bereitzustellen.