Uhren

FAQ zu Uhrenbewegern

Es gibt teure Uhrenbeweger für mehrere Uhren, deren Laufzeit jedes Bewegers sich minutengenau an das Uhrenkaliber anpassen lässt. Ist das eigentlich erforderlich ?

Nein ! Absolut nicht, denn Automatikwerke sind so konstruiert, dass sie am Arm eines ruhig am Schreibtisch arbeitenden Menschen genauso funktionieren wie am Arm eines Handwerkers. Anders als bei Handaufzuguhren hat die Aufzugfeder keinen Anschlag, und kann somit nicht überspannt werden. Uhrenbeweger müssen also nur eines: mindestens so lange laufen, dass die Uhr nicht stehen bleibt. Alles andere ist technischer Schnickschnack, der nur Geld kostet !


Strapaziert der Betrieb auf einem Uhrenbeweger die Automatikuhr ?

Mit Sicherheit weit weniger als der tägliche Betrieb am Handgelenk, wo Stöße, schnelle Bewegungen und Feuchtigkeit auf das gute Stück einwirken. Allenfalls die gleichmäßige (Körper-) Temperatur wirkt sich da positiv aus. Bitte stellen Sie Ihren Uhrenbeweger nicht direkt am Fenster, auf der Heizung oder im Kühlschrank auf ...


Verbessert oder stabilisiert sich die Ganggenauigkeit einer Automatikuhr, wenn sie immer "voll", also zu 100 % aufgezogen ist ?

Die Antwort darauf lautet NEIN. Die Ganggenauigkeit ist davon abhängig, dass vom Federhaus bis zur Unruh permanent ein möglichst gleichmäßiges Drehmoment herrscht. Die Konstruktion eine modernen Automatikuhr und die Eigenschaften des heute verwendeten Federmateriales gewährleistet, dass dies in einem recht weiten Bereich der Federspannung der Fall ist. Ist die Feder nahezu völlig entspannt, verringert sich das Drehmoment, und die Ganggenauigkeit lässt nach. Gleiches passiert bei permanentem Vollaufzug, weil die Rutschkupplung im Federhaus den Kraftfluss zur Unruh regelmäßig unterbricht, und der Antrieb sozusagen "stottert". Ideal ist nach unseren Untersuchungen eine Gangreserve, die zwischen 50 und 80% der maximalen Gangreserve liegt. In diesem Bereich ist das Drehmoment weitestgehend konstant, und die Uhr läuft unter optimalen Bedingungen. Ein Uhrenbeweger sollte also die Automatikuhr genau in diesem Bereich "halten". Wie das nach unserer Auffassung zu erreichen ist ... siehe Abschnitt "Theorie".


Schadet es einer Automatikuhr, wenn sie lange Zeit auf einem Uhrenbeweger betrieben wird ?

Nein ! Eine Uhr ist dafür gebaut, zu laufen ... und da ist egal, wo. Es schadet einer Uhr, wenn die Schmierung der Lager vernachlässigt wird. Bei der Qualität der heutigen Uhrenöle ist nach etwa 5 Jahren eine Revision erforderlich, egal, ob die Uhr in der Schublade liegt oder auf einem Uhrenbeweger tickt !


Kann man eine Automatikuhr auf einem Uhrenbeweger oder durch Handaufzug "überspannen" ?

Die Antwort darauf lautet (eigentlich) NEIN. Sobald die Aufzugfeder voll gespannt ist, aktiviert sich bei einer Automatikuhr eine Art Rutschkupplung im Federhaus, und die Feder entspannt sich ein wenig. Diese Absicherung ist erforderlich, weil der Hersteller natürlich nicht abschätzen kann, wie intensiv sich der Träger einer Automatikuhr bewegt. Allerdings ist es in der Tat ungünstig, wenn diese Rutschkupplung permanent aktiviert wird, da sich dadurch ein erhöhter Verschleiß einstellen kann, und die Ganggenauigkeit der Uhr möglicherweise leidet. Darauf gehen wir gleich aber noch genauer ein. In unseren Versuchen haben sich einige Werke als sehr empfindlich gegen permanenten Überaufzug erwiesen !


Wie ist es mit der Ganggenauigkeit einer Automatikuhr auf einem Uhrenbeweger ?

Diese hängt nur von der Uhr ab. Manche Uhren laufen auf einem Beweger genauer als am Handgelenk, bei manchen Uhren ist es umgekehrt. Die Ganggenauigkeit einer Uhr kann abhängig von ihrer Lage variieren. Auf einem Uhrenbeweger befindet sich die Uhr ständig in einer Lage, die Unruhe hat einen Winkel von 45 Grad zur Waagerechten. Ein Uhrenhersteller stellt das Werk aber so ein, dass es in der Summe aller Lagen genau läuft. Dadurch kann es am Arm und auf dem Beweger zu Gangunterschieden kommen, die aber in ihrer Auswirkung nicht vorher zu sagen sind. Diese sind aber völlig normal.


Worauf ist beim Aufspannen der Uhr zu achten ?

Bei eigentlich allen uns bekannten Uhrenbewegern ist es wichtig, die Uhr so aufzuspannen, dass sich die Mitte des Gehäuses (Zeigerachse) mit dem Drehmittelpunkt des Halters so genau wie möglich deckt, da sonst eine Unwucht entsteht, die die Mechanik unnötig belastet. Bei Bewegern, die auf einer Achse zwei Uhren bewegen (TimeMover, WTA220) sollten beide Uhren in etwa gleich schwer sein, da sonst der vorgenannte Effekt extrem auftritt.


Schadet es einer Automatikuhr, wenn sie nur von Zeit zu Zeit getragen, und dann von Hand aufgezogen wird ?

Die Antwort darauf lautet NEIN. Es schadet allenfalls dem Umsatz der Uhrenbeweger - Hersteller. Früher nannte man das Risiko der Verharzung als Grund dafür, das eine Uhr in der Schublade schneller altert, als eine getragene Uhr. Die Qualität der modernen Öle allerdings hat diese Argumentation „altern“ lassen. Allerdings gilt nach wie vor, dass eine mechanische Uhr regelmäßig gewartet werden sollte ... etwa alle 5 Jahre. Ein Uhrenbeweger dient also der Bequemlichkeit des Besitzers, von dem bereits erwähnten Risiko bei Ewigen Kalendern einmal abgesehen.